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Keine namhafte Weinhandlung, die ihre Mitarbeiter nicht bei uns ausbilden lässt. Kein guter Hotel- oder Restaurationsbetrieb, der seine Mitarbeitenden nicht bei uns weiterbilden lässt. Kein engagierter Amateur, der nicht bei uns die Schulbank drückt. Daneben sind wir gefragte Partner in der Weinausbildung vieler namhafter Firmen und Institutionen. Hier drei wichtige davon:

Wein beurteilen? Ja, aber objektiv!

Die Degustation, Teil 7:
Wein beurteilen mit objektiven Kriterien

Du kannst Wein auf zwei ganz unterschiedliche Arten beurteilen: subjektiv oder objektiv.

Wein beurteilen

Bei der subjektiven Bewertung sagst du ganz einfach, wie gut dir der Wein gefällt: Ausgezeichnet, gut oder gar nicht? Gegen diese Beurteilung ist nichts einzuwenden. Aber es gibt eine Art der Weinbewertung, die über diese persönliche Meinung hinausgeht. Sie basiert auf objektiven Qualitätskriterien und lässt sich damit auf alle Weine gleichermassen fair anwenden.


Im Folgenden habe ich die wichtigsten Kriterien aufgestellt. Sie sollen dir bei der Bewertung helfen. Du kannst natürlich selbst weitere Punkte hinzufügen, die du für bedeutend erachtest.

Wein beurteilen: Objektive Qualitätskriterien

Intensität der Aromen

Ein guter Wein sollte aromatisch sein, intensive Geschmacksnoten sind also meist ein Zeichen für Qualität. Allerdings darf das Aroma auch nicht zu extrem sein, da dies die Harmonie und damit den Genuss stören kann. Wenig und vor allem undefinierbare Aromatik kann auf einen einfachen Tropfen hinweisen.

Komplexität

Simple Weine haben oft nur eines oder vielleicht zwei kaum identifizierbare Aromen und wirken damit langweilig. Grosse Weine hingegen haben eine Vielzahl, gut erkennbarer Geschmacksnoten aus diversen Aromafamilien. Je länger der Wein im Glas ist, desto mehr davon kommen zum Vorschein. Ein toller Wein verändert und entwickelt sich im Luftkontakt. Solche Weine nennen wir vielschichtig oder eben «komplex».

Ausdrucksstärke

Ein einfacher Wein schmeckt verwechselbar. So, als ob er aus jeder Rebsorte und von jedem Terroir stammen könnte. Herausragende Weine verraten viel über ihre so genannten «Produktionsfaktoren». Du kannst bei der Degustation Rückschüsse ziehen auf Anbauregion, Rebsorte, Klima, Boden, Weinbereitung oder auch Ausbau und Lagerung. In einigen seltenen Fällen ist es dem Kenner sogar möglich, am Charakter eines Weins zu erkennen, aus welchem Weinberg er stammt. Das macht den Wein dann erst so richtig faszinierend.

Harmonie

Bei der so genannten «Harmonie» im Wein geht es um das Gleichgewicht zwischen dem «Charme» auf der einen und der «Struktur» auf der anderen Seite einer Waage.

Extrakt, Frucht, Körper und Süsse sind «Charme-Elemente». Sie bieten zwar auf den ersten Schluck Trinkspass, wirken aber auf Dauer alleine langweilig. Säure und Gerbstoffe sind die so genannten «Struktur-Elemente». Sie verleihen dem Wein Rückgrat und machen ihn charaktervoll und lagerfähig. Ohne Frucht und Körper kann ein Wein aber hart und unattraktiv wirken. Das Geheimnis für einen grossen Wein ist ein Gleichgewicht zwischen diesen gegensätzlichen Wahrnehmungen.

Länge

Einfache Weine enden kurz und abrupt oder hinterlassen einen unangenehmen Nachgeschmack. Bei grossen Weinen hallt das feine Aroma noch lange am Gaumen nach. Die Oenologie verwendet übrigens für die Bewertung des Abgangs eine eigene Masseinheit das Caudalie (von Cauda, lateinisch Schweif). 1 Caudalie entspricht einer Sekunde Nachhall. Weine mit weniger als 5 Sekunden gelten als kurz, Weine mit 10 und mehr Caudalie als lang.


​Anwendung

Ich persönlich wende diese Bewertungkriterien immer nur ganz einfach an: ohne Gewichten, Punkten oder Ausmultiplizieren. Ich gehe den Wein nach der Verkostung einfach im Kopf durch und frage mich bei den 5 Kriterien ob der Wein die Erwartung erfüllt oder nicht. Überall übererfüllt gibt ein hervorragend, wenn kaum ein Punkt erreicht ist, gibt’s ein objektives schwach. Und dies ganz unabhängig davon, ob mir der Wein persönlich schmeckt oder nicht.

Die Krönung der Beurteilung: das Preis-Leistungs-Verhältnis

Die objektive Bewertung zeigt hier noch einen weiteren unschätzbaren Vorteil: Wenn du einen Wein blind degustiert und unparteiisch bewertet hast, kannst du dieses Urteil mit dem Weinpreis in Verbindung bringen. Ist der Wein gut und überraschend günstig, so ist das Verhältnis von Genuss zum Preis toll. Wenn du ein Glas in der Blindverkostung aber als höchstens durchschnittlich bewertet hast und sich dann herausstellt, dass es sich um eine kostspielige Flasche handelt, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis mies.

Und, weil sich jeder Weinfreund stets vom Etikett beeinflussen lässt, verkosten wir in allen Weinkursen der académie du vin konsequent und ausschliesslich blind. Denn nur so kommt ein wirklich faires und objektives Wein-Urteil zustande.



TAKE-AWAY: So beurteilst du den Wein objektiv!

Zu jedem Thema gibt’s einen «Take- Away». Also einen anschaulichen Spickzettel auf PDF für unterwegs.

TAKE AWAY hier downloaden und z.B. in iBooks auf deinem Smartphone oder Tablet ablegen.


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